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Kunst

Sobald man auf den Campo SS. Giovanni e Paolo gelangt, beeindruckt die Basilika aus dem 13. Jahrhundert, die größte der Stadt, durch ihre Großartigkeit und Erhabenheit. Ihre Kuppel erreicht eine Höhe von 55 Metern und hebt sich eindrucksvoll vom Horizont Venedigs ab.

Die gotische Fassade mit ihrer zentralen Fensterrose ist ein vortreffliches Beispiel für den Baustil der neuen Mendikantenorden, Dominikaner und Franziskaner, der die gesamte italienische Sakralarchitektur beeinflussen wird. Man denke zum Beispiel an die Dominikanerkirchen San Niccolò in Treviso, Sant’Anastasia in Verona und die noch weit bekanntere Kirche Santa Maria Novella in Florenz.

Das Innere der Basilika beeindruckt durch ihre Weite, mit ihren 102 Metern Länge und ihren in die Höhe strebenden Säulen, die den Raum in drei Schiffe teilen und die Spitzbögen tragen. Nähert man sich der Apsis scheint man in eine beinah transzendente Unermesslichkeit einzutreten: die beeindruckenden Strukturen scheinen von der andächtigen Stille der Basilika umfangen und die Formen der Grabmonumente bilden sich im Kontrast mit dem gedeckten Licht aus, das durch die großen Fenster gefiltert wird.

 

Grabmonumente

Eng an das Schicksal der Stadt gebunden, galt die Basilika als die Repräsentationskirche der Republik nach San Marco. In ihrem Inneren befinden sich mindestens 150 Grabsteine und von den 37 Grabmonumenten sind 25 den Dogen Venedigs gewidmet, die vom 13. bis zum 18. Jahrhundert hier bestattet worden sind.

Zu den bedeutendsten Monumenten gehören jenes der Dogen Mocegino, das die gesamte Innenfassade der Basilika umfasst sowie das Grabmal des Dogen Michele Morosini (1382), das sich, wie auch die Grabmäler der Dogen Leonardo Loredan (1521) und Andrea Vendramin (1478) im Altarraum befindet.

Desweiteren sind das Grabmal des Dogen Sebastiano Veniers zu nennen, des berühmten Protagonisten des Sieges in der Schlacht von Lepanto 1571, das Monument Jacopo Tiepolos, des Gründers der Basilika und, das imposanteste Monument, das Grabmal der Familie Valier.

Zu den berühmten Persönlichkeiten, die in den Mauern der Basilika bestattet sind, gehören Giovanni und Gentile Bellini, zwei der bekanntesten Künstlern Venedigs, die Brüder Bandiera, Patrioten und wichtige Akteure des Risorgimento, der italienischen Einigungsbewegung. Im rechten Seitenschiff werden in einer Urne die sterblichen Überreste Marcantonio Bragadins aufbewahrt, der Held der venezianischen Militärgeschichte schlechthin. Nachdem er für Monate der Belagerung Famagostas (Zypern) durch die Türken standgehalten hatte, wurde er gefangen genommen und bei lebendigem Leib gehäutet.

Kunstwerke

Unter den bedeutendsten Kunstwerken sind ohne Zweifel das wunderbare Polyptychon des hl. Vinzenz Ferrer von Giovanni Bellini hervorzuheben und die byzantinische Ikone der „Madonna della Pace” (Friedensmadonna). In der Rosenkranzkapelle (Cappella della Madonna del Rosario) ist ein Bilderzyklus Veroneses zu bewundern, der die gesamte Decke der Kapelle einnimmt: die Aufnahme Mariens in den Himmel, die Anbetung der Hirten und die Verkündigung des Herrn. Dieser Zyklus ersetzt die ursprünglichen Gemälde Tintorettos, die bei einem Brand im August 1867 vollständig zerstört wurden.

An der Wand über dem Eingang zur Rosenkranzkapelle befindet sich eine Monumentaluhr aus dem 15. bis 16. Jahrhundert.

Die Basilika besitzt außerdem das größte gotische Fenster Venedigs, ein echtes Unikat, das im 16. Jahrhundert vom Glasmeister Giannantonio Licino aus Lodi, nach Entwürfen Bartolomeos di Vivarini, vollständig aus Murano-Glas gefertigt wurde.